| Rettung fürs Freibad |
| Sonntag, den 04. Juli 2010 um 00:00 Uhr |
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Montags-Diskussionsrunde sucht Lösungen in Loßburg Bei dieser Hitzewelle sind (Frei-)Bäder im Trend. Doch auch sonst ist das Thema in Loßburg en vogue. Denn selbst wenn der Sommer dem Freibad im Luftkurort einen „Warmbadetag“ nach dem andern beschert, in punkto finanzieller Absicherung sieht‘s zurzeit eher düster aus. Jetzt tritt unerwartete Hilfe auf den Plan.
Loßburg. Nicht nur hat sich unter großer öffentlicher Anteilnahme ein rühriger Förderverein „Loßburger Bäder“ gegründet. Der im Übrigen auch als WM-Public Viewing-Veranstalter auf dem Waldfestplatz für gehörig Furore und ganz neue Event-Qualitäten in Loßburg sorgt. Auch politisch ist die Bäder-Frage derzeit ganz oben auf der Aufmerksamkeits-Skala angesiedelt. Und die Bürger haben anscheinend ein Initiativ-Feld entdeckt, auf dem es sich zu engagieren lohnt. Gestern saßen Bürgermeister und Verantwortliche des Bäder-Vereins zusammen, um die nächste „Loßburger Runde“ vorzuberaten. Am kommenden Montag, 5. Juli, wird die Junge Union wieder zu einem großen Round table-Gespräch laden (um 20 Uhr im Gasthof Bären). Thema der Podiumsdiskussion: „Ferienland im Haushaltsloch – Wer rettet unsere Bäder?“ Wie soll es mit dem Freibad und mit dem Hallenbad im Ort weitergehen? Das ist die Kardinalfrage dieser bürgerschaftlichen Gesprächsrunde. Teilnehmer sind daran Bürgermeister Thilo Schreiber, die Leiterin der Loßburg-Info, Karin Armbruster, der DLRG-Vorsitzende Martin Bäppler und der Fördervereinschef Michael Zink. In einem Punkt besteht kein Zweifel: Die Bäder sind wichtige Einrichtungen für den Tourismusort Loßburg. Ohne das Freibad wäre das Luftkurort-Prädikat hinfällig. Vor allem sind aber Bad-Einrichtungen ein attraktives, jugendliches Freizeit-Angebot, das auch Bindungswirkung für die Landbevölkerung besitzt. Ohne Infrastruktur wird für eine ländliche Gemeinde die Abwanderung zum Problem. Weil es jedoch um den Haushalt Loßburgs nicht mehr üppig bestellt ist, muss gespart, müssen Kostenbremsen eingebaut werden. Karin Armbruster, Gemeinderätin und Loßburg-Info-Leiterin, sagt, zu welchen Strategieänderungen man gedrängt wird: „Wir sind einfach gezwungen, die kostspieligen Bäder zu optimieren!“ Während das Freibad technisch und ausstattungsmäßig „bella figura“ macht, steckt im Hallenbad viel alte Technik und viel Sanierungsstau. „Beide Bäder sind momentan auf dem Prüfstand“, erklärt Armbruster. Nachdem die Gelder für fortlaufende Investitionen fehlen, seien jetzt „die Bürger Loßburgs gefordert“.
In der 7. „Loßburger Runde“ der Jungen Union am Montag wird es deshalb auch darum gehen, wie die Bürger ihren beiden Bädern über die finanziellen Hürden hinweg helfen können. Das Freibad Loßburg schaut modern-vortrefflich aus
Das Loßburger Freibad darf als tiptop in Schuss gebracht gelten. 1988 wurde es für damals 3,8 Millionen Mark runderneuert, wurde technisch und ausstattungsmäßig auf Vordermann gebracht, erzählt Schwimmmeister Rolf Siegel, der immerhin schon die 19. Saison auf Wachposten sitzt.
Vor zwei Jahren wurde die Rutschbahn erneuert, voriges Jahr eine neue Beckenfolie eingebracht. Das Bad kann auch mit besonderen Reizen aufwarten: Einem Wasserpilz, Massagedüsen am Beckenrand, einer Schwallbrause. Im Kiosk auf dem Freibadgelände können auch warme Speisen bestellt werden, sagt Schwimmmeister Siegel. Einziger Wermutstropfen für den Badaufseher sind die ansehnlichen Heizkosten, um die Wassertemperatur auf komfortabler Höhe zu halten. Diese Kosten seien „enorm“, weiß Siegel.
Doch darin sitzt Loßburg mit allen anderen konventionellen Freibädern in der Region freilich in einem Boot. Quelle: Siegfried Schmidt, Südwest Presse. Samstag, 03. Juli 2010 |


